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Zeitreise zum 6. März 2008: Die Ausstellung „absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog“

Zeitreise zum 6. März 2008: Die Ausstellung „absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog“

In meinem ersten Artikel auf Social-Web-Forscher.de hatte ich ja angedroht, dass die eine oder andere verblasste Erinnerung aus der Blogforscher-Vergangenheit reanimiert wird. Jetzt ist es soweit! Die vielleicht schönste und umfassendste Ausstellung zu den Polen analog-digital, Tagebuch-Weblog und Privatsphäre-Öffentlichkeit wurde vor fünf Jahren im Museum für Kommunikation Frankfurt /M. initiiert: „absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog“. Ich war bei der Eröffnung dabei und habe am Tag darauf alles nochmals in Ruhe ansehen können. Mein Artikel von damals:

Der Tag danach. Endlich genug Zeit, die Exponate der Ausstellung genauer zu betrachten. Der Raum wirkt seltsam anders, seltsam ruhig. Wo am Vorabend noch hunderte Besucher durch die Ausstellung geschoben wurden, ist nun Stille eingekehrt. Und da ist er nun auch endlich in voller Pracht zu sehen: die Tagwerke als Zierde des Bodens. Von Goethe über Kafka bis Diener.

absolut privat Ausstellung Tagwerke auf dem Boden

Was bleibt aber außerdem noch zu sagen, wo die Medienresonanz doch erheblich war?

Vielleicht ein paar Gründe, warum Frankfurt wieder eine Reise wert ist. Es ist den Kuratorinnen gelungen, Objekte in die Ausstellung zu bringen, die für sich schon eine Reise wert wären.

Ob Kafkas Selbstzensur („und zweifellos bin ich nun der Mittelpunkt von Prag“)…

absolut privat Kafkas Selbstzensur

… das Miniatur-Tagebuch von Fritz Solmitz, das nach dessen Selbstmord von der Witwe in seiner Uhr gefunden wurde …

absolut privat Miniatur-Tagebuch von Fritz Solmitz

… die Fotografien der Tagebücher von Dietmar Riemanns…

absolut privat Fotografien Dietmar Riemanns

… die digitale Version von „Abfall für alle“, die online nicht mehr verfügbar ist oder

absolut privat digitale Version von „Abfall für alle“

… die Blogs von Anke Groeners Opa.

absolut privat Blogs von Anke Groeners Opa
Das alles wird ergänzt durch die einzigartige Kombination der Exponate, die versuchen, Verbindungen zwischen den Medienformaten herzustellen. Ob die verbindende Tagesperspektive oder die Einlagen, die das Tagebuch wie das Weblog anreichern.
Wer dennoch nicht die Möglichkeit für einen Besuch hat, dem sei der Ausstellungskatalog zu empfehlen, der neben professionellen Fotografien der Exponate noch weiterführende Texte von Arno Dusini, Jan Schmidt, Andrea Diener u.a. enthält.
Eine Entdeckung offenbarte sich dann doch erst für all diejenigen, die Tage danach bevorzugen: museale Selbstreferenzialität. Frau Diener schreibt in der Ausstellung über die Ausstellung:

absolut privat Selbstreferenzialität - Andrea Diener schreibt in der Ausstellung über die Ausstellung

4 Kommentare
  1. Schöner Blick zurück, da wird man ja ganz sentimental :)

    • Neben dem Sentimentalen steht da aber auch ganz wirklichkeitstreu der wunderbare Ausstellungskatalog im Regal hinter mir, der beim Durchblättern immer noch taufrisch erscheint.
      Bis auf ein Bild mit dem iBook von Andrea Diener – das wirkte vor fünf Jahren noch seltsam hip im Museum. Jetzt passt es irgendwie besser. :-)

  2. In der Tat! Vielen Dank für den schönen Artikel :-)

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