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AllFacebook Marketing Conference 2014 in Berlin

AllFacebook Marketing Conference 2014 in Berlin

Heute veranstaltete AllFacebook.de mit einem bunten Referentenmix die AllFacebook Marketing Conference im Hotel Berlin. Auch wenn die Keynote unter dem herausfordernden Titel Goodbye Google. The fantastic Future of Facebook hinter den Erwartungen blieb, fand sich doch der eine oder andere Vortrag mit echtem Mehrwert. Und die Loslösung vom Konzept einer parallelen Marketing- und Developer Conference hat dem Ganzen gut getan.

Goodbye Google. Von wegen!

Curt Simon Harlinghausen hatte die nicht ganz einfache Aufgabe, mit der Keynote der Konferenz einen starken Auftakt zu geben. Bewaffnet mit einer steilen These und Google als Gegenspieler klar im Blick wollte er darlegen, wieso Facebook die Zukunft gehört. Angetrieben durch den sehr visionären Mark Zuckerberg spricht er Facebook das größere Potenzial zu. Dazu zählt etwa das Deeplinking, das es ermöglicht, Links direkt in Apps von Drittanbietern zu setzen.

Leider wurden sachlichen Argumente bunt vermischt mit dem, was Herr Zuckerberg so alles an guten Vorsätzen in die Tat umsetzt. Etwa in einem Jahr Chinesisch zu lernen. Dazu gab es ein Videobeleg aus der bekannten Pressekonferenz mit einem Chinesisch sprechenden Zuckerberg. Das erzeugte einen seltsamen Beigeschmack von Fanatismus bezüglich der These und Verkaufsgespräch. So oder so würde ich keinem raten, alles auf eine Karte zu setzen. Egal ob auf ihr Facebook oder Google steht.

McDonalds Österreich und Facebook Deutschland

Immer wieder erhellend sind die Erfahrungen von Dieter Rappold. Dieses Jahr stellte er sich mit Claudia Bazanella von McDonald’s Österreich auf die Bühne, um von den Social-Media-Erfahrungen der Marke zur berichten. Dieter Rappold:

Die unpersönliche Marke im Web ist ein willkommenes Ventil, um unterdrückte Gefühle auszudrücken.

Und wie sich das in Österreich äußern kann, wurde am Beispiel einer fehlgeleiteten Kampagne aus dem letzten Jahr dargestellt: „McDonalds stoppt viralen Werbespot(t)“

Ein Merksatz, den Dieter Rappold noch mitgibt:

Schlimmer als der Hass ist die Gleichgültigkeit.

Relativ gleichgültig blieb Arne Henne von Facebook Deutschland bezüglich der Publikumsfragen. Während Bazanella stolz von einer 100-prozentigen Antwortrate berichtete, lag die Frage auf der Hand: Was gedenkt Facebook hinsichtlich der unbeantworteten Fragen von Social Media Managern an Facebook zu tun? Er schien den wunden Punkt erkannt zu haben und gelobte zumindest Besserung.

Anleitung für eine erfolgreiche Facebook-Seite

Als hätten sie meinen Artikel aus der letzten Woche gelesen, zeigten Jonas Wegener, Eva Mörchen, Axel Lilienblum und Anna Koch am Beispiel der Facebook-Seite SMSvongesternNacht, wie man mithilfe von Facebook Insights und Google- oder Excel-Tabellen den Fans auf die Spur kommen kann. Wann sind die besten Zeiten zum Posten? Welche Inhalte sind erfolgreicher – Foto oder Link? Die Anleitung in Form einer Matrix wurde gleich mitgeliefert. Noch mehr Mehrwert geht nicht.

The Dark Side Of Facebook Marketing

Thomas Thaler führte die Konferenzteilnehmer auf die dunkle Seite des Facebook-Marketings.

Thomas Thaler führte die Konferenzteilnehmer auf die dunkle Seite des Facebook-Marketings.

Richtig unterhaltsam wurde es im Vortrag von Thomas Thaler. Er balanciert auf dem rechtlich Möglichen, aber nicht ganz netten Verfahrensweisen des Facebook-Marketings. Was wäre zum Beispiel, wenn ich mit einem Tool die zehn Prozent der aktivsten Fans meiner Mitbewerber abfische? Oder wenn ich die leitenden Mitarbeiter eines Unternehmens via Xing  und LinkedIn in ein Dark-Post-Gewinnspiel  locke, bei dem „zufällig“ alle gewinnen? Geht nicht? Thomas Thaler hat die Konferenzteilnehmer eines besseren belehrt.

„Fuck-you-Telekom“ als Einladung zum Gespräch

Der rosa Riese vertreten durch Oliver Nissen und dem Social-Media-Berater Daniel Backhaus gaben einen ausführlichen Einblick in das Konzept von Telekom hilft. Mehr als 100 Mitarbeiter betreuen die Social-Media-Kanäle, deren Kern die Feedback-Community ist. Als Antwortzeiten sind während der Öffnungszeiten auf Facebook 60 Minuten und auf Twitter 20 Minuten die Maßgabe.

Dass dabei nicht immer Kuschelkurs angesagt ist, wenn beispielsweise der Techniker für den Anschluss nicht erscheint, versteht sich von selbst. Dabei ist man hart im Nehmen wie Daniel Backhaus klarmacht:

Ein Fuck-you-Telekom ist eine Einladung mit dem Kunden zu sprechen.

Auch wenn dies „kein klassisches Serviceanliegen“ ist, wie Oliver Nissen ergänzt.

Fazit

Im dritten Jahr der Teilnahme hat sich bestätigt: Die Veränderungen auf Facebook und Co sind beträchtlich und ein stetiger Prozess. Hierfür ist die Allfacebook Marketing Conference ein sehr gutes Update. Und die zwei parallelen Tracks bieten genug Wahlfreiheit bei der individuellen Themenwahl. Auch wenn man dann doch nicht alles sehen kann. 😉

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